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Eindruck der Unendlichkeit

Basierend auf der Theorie über parallele Realitäten muss ich zusätzlicherweise noch einen Punkt hinzufügen. Eigentlich sind diese Wirklichkeiten nicht direkt "nebeneinander"... sondern nacheinander. Dem Prinzip der Unendlichkeit folgend reihen sich die Realitäten wie Perlen auf einer Kette aneinander. Der hypothetische Wechsel zwischen den Welten bezieht sich daher nicht auf das Wechseln in ein paralleles Universum sondern mehr auf dem falten der Zeit der eigenen Welt, bis diese der vermeintlichen anderen Wirklichkeit entspricht. Betrachtenderweise kann man sagen, daß es für jede Nuance der Welt, und derer sind es wahrlich viele - man nehme zum Beispiel eine beliebige Person aus dieser Realität und verfolge ihr Leben. Dann betrachtet man die eine Bushaltestelle an der selbige Person jeden Tag wartet um zur Arbeit zu fahren. Wieder verkleinert man den Ausschnit und blickt auf die kleine Wiese, die sich im Hintergrund befindet - weiter hinunter sieht man dort verschiedene Blumen blühen und noch genauer betrachtet hat eine dieser Blumen, welches zufälligerweise ein Gänseblümchen ist, in dieser Realität genau 29 weiße Blütenblätter. Eine mögliche alternative Wirklichkeit würde die Möglichkeit einschließen, daß dort exakt alles genauso geschah, wuchs und gesagt wurde, bis auf dieses Gänseblümchen. Denn dieses hatte in diesem Fall nur noch 28 Blätter. Jedoch sind beide Varianten eigenständige Welten, existierend vom Anfang bis zu Ende und sich einreihend in die Kette der Perlen. Die Frage, die sich beim theoretischen Realitätenwechsel also auftut ist nicht "Wo bin ich?", sondern "Wann bin ich?". Denn die Zeit, welche vergeht bis man in der Lage ist einen direkten Vergleich zu ziehen vom Gänseblümchen mit 28 Blättern zum selbigen mit 29 Blättern kann in der Tag als recht lange bezeichnet werden. Zuerst muss das eine Universum das Ende seiner Tage erreichen, was zugegebenermaßen allein schon jede Vorstellung sprengen mag, falls man davon ausgeht, daß die eigene Realität unendlich ist. Betrachtet man sie jedoch als endlich, und daß muss sie sein um dieser Theorie gerecht zu werden, hilft die Vorstellung, daß das Ausmaß an Zeit um etwa zu Beginn der Zeitrechnung zur Hälfte erreicht wurde. Ob die Zeitrechnung erfunden wurde oder nicht ist nebensächlich, der Zeitpunkt ist entscheidend. Jedenfalls wird sich das aktuelle Universum nach Ablauf dieser Zeit verabschieden und Platz machen um der Geburt einer neuen Welt nicht im Wege zu stehen. Paradoxerweiße bleibt die Realität die gleiche, ist nach dem Wechsel aber doch eine völlig andere. Sie gebiert sich in sich selbst hinein. Nach diesem Ereignis beginnt der Kreislauf von neuem. Sterne entstehen, Sonnen explodieren und in geraumer Zeit beginnen sich die winzigen Teilchen im Weltall zusammen zu tun um irgendwann einmal später die Erde zu formen. Ist dies alles geschehen, wird auf der Erde nach und nach das Leben entstehen, die Weltgeschichte wird geschrieben und schlußendliche stehen wir wieder an der alten Bushaltestelle, mit dem einzigen Unterschied, daß sich an besagtem Gänseblümchen nun nicht mehr 29, sondern ein Blütenblatt weniger befindet. Führt man diese Überlegung weiter könnte man sagen, daß es noch in etwa 30 Varianten für dieses Gänseblümchen gibt. Mit vielleicht 27 Blättern, oder noch weniger. Möglichweise auch mehr. Oder es geschah, daß an dieser Stelle gar keins wuchs. Es wird schnell klar, daß wesentlich mehr Varianten möglich sind. Und selbiges gilt erweiternderweise nicht für diese Blume allein, sondern auch für die Person an der Haltestelle. Einmal ist der Schnürsenckel gebunden, einmal nicht. Mal hat sie zwei Mark in der Tasche, mal vier. Grob überschlagen macht das eine Menge Möglichkeiten aus, falls die Realitäten sich so verhalten und immer nur einzelne Nuancen verändern. Jedoch sind die Welten ungleich komplexer und verschachteln ihre Variationen. Zum Beispiel hat das Gänseblümchen 28 Blätter und die Person an der Haltestelle zwei Mark in der Tasche. Im nächsten Fall sind es ebenfalls 28 Blätter, jedoch vier Mark. Im dritten Fall 27 Blätter und wieder zwei Mark und so weiter. Wenn man jetzt von einer einzigen Realität ausgeht und sich versucht klar zu machen, wie viele Nuancen allein diese eine Welt besitzt wird einem schon davon schwindlig werden. Doch die Vorstellung, daß alle Nuancen aller Realitäten miteinander verschachtelt werden und so für jede Variante eine eigene Welt entsteht ist doch recht beeindruckend. Denn es geschieht nicht alles zur gleichen Zeit, sondern nacheinander, wie Perlen auf einer Schnur. Um nun eine Vorstellung von der Unendlichkeit zu bekommen, führe man sich vor Augen, wie lange es dauern würde bis alle Variationen des ursprünglichen Universum durchgespielt worden sind... Die Unendlichkeit wäre danach immer noch nich vorbei.